Sóller, eine märchenhafte Route

Sóller, eine märchenhafte Route

Artikel veröffentlicht am 16/08/2025



Diese bezaubernde Ecke, eingebettet zwischen Meer und Bergen, überrascht jeden Reisenden, unabhängig vom Alter. Wir sprechen von dem Tal, das sich von Palma de Mallorca bis zur Sierra de Tramuntana hinaufschlängelt und dabei durch sattgrüne Hügel führt, fernab der üblichen Raum-Zeit-Kanones. Hier scheint die Zeit stillzustehen, angefangen beim hölzernen Zug, der durch märchenhafte Landschaften schnauft, vorbei an einem perfekt erhaltenen Bauernhaus, einem oft ausgetrockneten Bach und einer Ziegenfamilie, die in ihrem natürlichen Lebensraum in einem unglaublichen Gleichgewicht lebt, das diese Insel wie kaum eine andere bewahrt.

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Man startet in Palma im Trubel einer hektischen Stadt wie vielen anderen, doch schon am Eingang zum Bahnhof fühlt man etwas anderes: Eine Tafel informiert, dass die Ferrocaril de Sóller diese Strecke seit über 100 Jahren ununterbrochen befährt (seit 1912), und tatsächlich fällt es einem, sobald man in den streng hölzernen Zug steigt, nicht schwer, das zu glauben. Und je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto stärker wird das Gefühl, in der Zeit zurückzugehen. Eine Stunde langsame Fahrt durch die immer grüner und wilder werdende Landschaft Mallorcas. Der Zug schlängelt sich durch die Schluchten der Sierra und passiert enge, stimmungsvolle Tunnel, bis er Sóller erreicht, im Zentrum eines fruchtbaren Tals, umgeben von hohen Bergen. Die historische Stadt ist unter anderem für ihre duftenden Orangenhaine bekannt. Das Zentrum ist die Plaça de la Constitució, wo die Gleise der hundertjährigen Bahn unglaublich nah an zahlreichen Bars und Restaurants vorbeiführen, in denen Einheimische und Touristen eine Cerveza oder Sangría unter der beeindruckenden Kulisse der Serra de Tramuntana genießen, die das ganze Tal überragt. Einen Besuch wert ist auch die majestätische Kirche Sant Bartomeu, deren ursprünglicher Kern sogar aus dem Jahr 1236 stammt.

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Von Sóller sind es nur 5 Kilometer bis zum Meer, das man mit der im Oktober 1913 eingeweihten Straßenbahn erreicht, ebenfalls aus Holz und streng im Originalzustand erhalten. Die kleine Bucht Port de Sóller, gegründet von arabischen Piraten (ideal für Bootsausflüge zu den umliegenden Buchten), wird von zwei stimmungsvollen Leuchttürmen bewacht, zwischen denen man von der Terrasse eines der vielen Restaurants einen fabelhaften Sonnenuntergang genießen kann, bei dem die Sonne zwischen den beiden Leuchttürmen im Meer versinkt. Dort werden noch authentische mallorquinische Gerichte angeboten, wie die caldera de peix (verschiedener Fisch mit Reis oder Brotscheiben) oder sofrit pages (Gebratenes aus Lamm, Schwein und Huhn mit Gemüse).



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